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Die Ausbildungen in der Uhrenbranche – ein Ausbildungsweg mit Zukunft und Perspektiven

Im Jurabogen und insbesondere in der Westschweiz ist die Uhrenindustrie nach wie vor eine der tragenden Säulen der industriellen Wirtschaft. Auch wenn Schweizer Uhren weiterhin auf den internationalen Märkten begeistern, beruht dieser Erfolg vor allem auf einzigartigem Know-how und einem besonders soliden Ausbildungssystem.

Im Jurabogen und allgemeiner in der Westschweiz bleibt die Uhrenindustrie eine der tragenden Säulen der industriellen Wirtschaft. Auch wenn Schweizer Uhren weiterhin die internationalen Märkte begeistern, beruht dieser Erfolg vor allem auf einzigartigem Know-how und einem besonders soliden Ausbildungssystem. Zu den gefragtesten Ausbildungswegen gehören die Berufe der Mikrotechnik – Ausbildungen, die den Zugang zu zahlreichen Tätigkeiten innerhalb der Manufakturen eröffnen. Ein eindrückliches Beispiel dafür liefert Tiago Da Silva Santos, Watch Habillage Technical Development Manager bei Bulgari Horlogerie SA, der die Vielfalt und den Reichtum dieser beruflichen Laufbahnen veranschaulicht.

Die drei EFZ-Ausbildungen im Bereich Mikrotechnik – Konstrukteur/in Mikrotechnik EFZ, Mikromechaniker/in EFZ und Qualitätsfachmann/-frau Mikrotechnik EFZ – zählen zu den wichtigen Ausbildungen der Uhrenindustrie. Diese Berufe basieren auf einem gemeinsamen mikrotechnischen Fundament. Bereits im ersten Ausbildungsjahr erwerben die Lernenden gemeinsame Grundlagen in Mikromechanik, technischem Zeichnen und Messtechnik. Anschliessend bleibt die Ausbildung weitgehend interdisziplinär, mit einer schrittweisen Spezialisierung je nach gewähltem Beruf im Verlauf der Lehre. An der Schnittstelle von Mechanik, Konstruktion und Innovation nehmen diese verschiedenen Funktionen strategisch wichtige Rollen bei der Entwicklung neuer Modelle ein.

Für junge Menschen mit einer Leidenschaft für Feinmechanik stellen diese Wege hervorragende Einstiegsmöglichkeiten in die Welt der Manufakturen dar. Sie ermöglichen es, hochspezialisierte technische Kompetenzen zu entwickeln und gleichzeitig rasch in die industrielle Realität einzutauchen.

Genau einen solchen Weg hat Tiago Da Silva Santos gewählt. «Ich bin über eine Lehre in die Uhrenbranche eingestiegen, mit einem EFZ als Konstrukteur in Mikrotechnik. Sehr schnell habe ich verstanden, dass mir diese Ausbildung erlaubt, mehrere Leidenschaften miteinander zu verbinden: Mechanik, Konstruktion und sogar eine gewisse architektonische Dimension», erklärt er.

Die Lehre – ein anerkanntes Schweizer Modell

Eine der Besonderheiten des Schweizer Bildungssystems liegt in der grossen Bedeutung der dualen Berufslehre. Die Jugendlichen wechseln zwischen Berufsfachschule und betrieblicher Praxis, was ihnen ermöglicht, rasch konkrete Berufserfahrung zu sammeln. Für Tiago Da Silva Santos war diese Immersion entscheidend. «Das Lehrsystem in der Schweiz ist unglaublich. Es ermöglicht, sehr früh Verantwortung zu übernehmen und sich in einem professionellen Umfeld mit erfahrenen Fachpersonen weiterzuentwickeln. Man lernt enorm viel direkt in der Praxis.» Während seiner Ausbildung profitierte er insbesondere von der Begleitung durch einen Berufsbildner im Unternehmen – eine Schlüsselfigur bei der Weitergabe des Fachwissens. Heute führt er diese Tradition fort, indem er in seinem Team neue Lernende ausbildet. «Ich hatte nie wirklich das Gefühl, einfach nur Lernender zu sein. Mir wurden sehr schnell Verantwortungen übertragen, und das stärkt sowohl das Selbstvertrauen als auch die Kompetenzen», betont er.

Sich während der ganzen Karriere weiterbilden

Auch wenn das EFZ eine solide Grundlage bildet, entscheiden sich viele Fachpersonen anschliessend dafür, ihre Ausbildung fortzusetzen, um ihre Kompetenzen zu erweitern und mehr Verantwortung zu übernehmen. Diesen Weg hat auch Tiago Da Silva Santos eingeschlagen. Nach seiner Lehre ergänzte er seinen Werdegang durch eine Ausbildung zum Techniker in Uhrendesign an einer höheren Fachschule, bevor er anschliessend ein Diplom als Projektleiter absolvierte.

«Das EFZ kann uns manchmal auf eine sehr spezifische Rolle beschränken. Ich wollte weitergehen, meine Kompetenzen ausbauen und mehr Verantwortung übernehmen», erklärt er.

Diese zusätzliche Ausbildung ermöglichte ihm insbesondere den Aufstieg in Funktionen des Projektmanagements und der technischen Entwicklung innerhalb der Manufaktur Bulgari, wo er seit mehr als zwölf Jahren tätig ist.

Eine Leidenschaft, die weitergegeben wird

Für viele Fachleute der Branche ist die Uhrenindustrie weit mehr als nur ein Beruf: Sie ist eine echte Leidenschaft. Im Fall von Tiago Da Silva Santos hat dieses Interesse sogar familiäre Wurzeln.

«Ich war schon immer von Mechanik begeistert. Die Tage der offenen Tür an der technischen Schule meiner Region haben mir die Welt der Uhrenindustrie nähergebracht, und ich habe sofort verstanden, dass dieser Beruf perfekt meinen Interessen entspricht.»

Diese Verbindung zwischen Leidenschaft und Beruf bleibt eines der prägenden Merkmale der Uhrenindustrie, in der technische Präzision oft mit einer handwerklichen und künstlerischen Dimension verbunden ist.

Eine Branche, die weiterhin junge Menschen anzieht

Trotz wirtschaftlicher und technologischer Veränderungen bewahrt die Uhrenbranche eine starke Anziehungskraft. Laut Tiago Da Silva Santos entdecken die neuen Generationen das Interesse an diesen Berufen zunehmend wieder.

«Man hört manchmal, dass sich junge Menschen von technischen Berufen abwenden, aber ich stelle vielmehr ein echtes wiedererwachtes Interesse an der Uhrenindustrie fest. Die Codes haben sich verändert, doch die Mechanik fasziniert weiterhin.»

Insbesondere Kunsthandwerke, manuelle Arbeit und die Präzision des uhrmacherischen Know-hows sprechen eine jüngere Kundschaft an, aber auch neue Talente, die sich in dieser Industrie engagieren möchten.

Berufungen fördern

Um den Bedarf der Branche zu decken, vervielfachen die Unternehmen ihre Initiativen, um neue Talente anzuziehen. Einige Manufakturen gründen sogar eigene interne Schulen, um zukünftige Fachkräfte auszubilden.

«Heute öffnen Unternehmen jungen Menschen viel leichter ihre Türen. Man sollte nicht zögern, die Berufe zu entdecken, Berufsmessen zu besuchen oder Manufakturen zu besichtigen. Oft entsteht die Berufung erst, wenn man die Arbeit konkret sieht», erklärt Tiago Da Silva Santos.

Sein Rat an die Jugend ist einfach: den Schritt wagen und in diese Welt eintauchen.

«Man muss es ausprobieren und sich von der Entdeckung mitreissen lassen. Die Uhrenindustrie bietet ein spannendes Arbeitsumfeld und zahlreiche Entwicklungsmöglichkeiten.»

Zu einer Zeit, in der die Schweizer Industrie ihre Talente erneuern möchte, erscheinen die uhrmacherischen Ausbildungen und spezialisierten EFZ-Programme mehr denn je als Brücken zu vielseitigen und inspirierenden Karrieren.

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